Linux auf einem Flash-Medium betreiben

Da ein Flash-Speicher meist recht langsam ist, und zudem mit der Zeit verschleißt wollen wir den Zugriff darauf auf ein Minimum reduzieren.

1. Mount-Parameter

Das ext3-Dateisystem schreibt normalerweise metadata-Änderungen alle 5 Sekunden zurück auf die Platte. Das können wir durch das mounten mit commit=N ändern. Das bewirkt das zurückschreiben nur alle N Sekunden.

Desweiteren können wir verhindern, dass die jeweilige Accesstime beim anfassen von Dateien geschrieben wird, indem wir den Parameter noatime verwenden.

Das ganze können wir in die fstab aufnehmen, bei mir sieht dass dann so aus:

sudo nano /etc/fstab

UUID=meine-id /               ext3    noatime,errors=remount-ro,commit=120 0       1

2. Syslog

Der Syslog-Daemon schreibt bei Inaktivität — MARK — in das Log-file, das können wir verhindern indem wir den syslogd mit der -m 0 Option starten:

sudo nano /etc/default/syslogd

SYSLOGD="-m 0"

Desweiteren können wir die Zurück-Schreib-Geschwindigkeit des Syslog-daemons ändern, in dem wir in der Konfigurationsdatei ein vor die meisten Einträge schreiben:

sudo nano /etc/syslog.conf

daemon.*                        -/var/log/daemon.log
kern.*                          -/var/log/kern.log
lpr.*                           -/var/log/lpr.log
und so weiter ...

3. Laptop-Mode

Der Rechner hat desweiteren eine Einstellung, die sich laptop-mode nennt, welcher das zurückschreiben von Dateien verzögern kann (Ursprünglich, damit eine Idle-Platte nicht wieder starten muss für jede kleine Änderung).
Eine Reihe von Dateien kontrollieren diesen:

  • /proc/sys/vm/laptop_mode:Sekunden nach dem read bis ein write erfolgt
  • /proc/sys/vm/dirty_writeback_centisecs:Wie oft der kernel auf neue Daten prüft
  • /proc/sys/vm/dirty_expire_centisecs:Wie alt neue Daten werden dürfen, bis sie geschrieben werden
  • /proc/sys/vm/dirty_ratio:Der maximale Prozentsatz des Speichers, der für neue Daten verbraucht werden darf
  • /proc/sys/vm/dirty_background_ratio:Der minimale Prozentsatz des Speichers, bei dem der Write-Out-Prozess gestoppt werden darf

Die oberen Einstellungen können am besten durch ein init-script gesetzt werden, (zb dieses: kernelparams) und macht es ausführbar, und fügt es dem start-prozess zu. Genauer:

wget http://download.cnlpete.de/scripting/kernelparams
sudo cp kernelparams /etc/init.d/kernelparams
sudo chown root:root /etc/init.d/kernelparams
sudo chmod +x /etc/init.d/kernelparams
sudo update-rc.d kernelparams defaults
(optional) rm kernelparams

4. Speicherreduzierung

Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, so werden zum Beispiel beim starten jede Menge Module geladen, die der Rechner eigentlich nicht braucht, unter anderem das ipv6 – Modul.
Also:

sudo nano /etc/modprobe.d/blacklist

und folgendes hinzufügen:

blacklist ipv6

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